Dein Auto winterfit machen: die Checkliste
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Dein Auto winterfit machen: die Checkliste

Der erste richtig kalte Morgen kommt meistens schneller als gedacht, und genau dann zeigt sich, ob das Auto vorbereitet ist oder nicht. Eine entladene Batterie, vereiste Scheiben ohne brauchbares Wischwasser, Reifen mit Sommerprofil: alles vermeidbar, wenn man sich rechtzeitig ein paar Stunden Zeit nimmt. Die folgende Liste ist nach Dringlichkeit sortiert, nicht nach Bequemlichkeit.

Reifen zuerst, alles andere danach

Winterreifen sind in Deutschland bei winterlichen Verhältnissen Pflicht, und genau das ist der wichtigste Punkt. Die Faustregel von Oktober bis Ostern ist praktisch, aber sie ersetzt keinen Blick aufs Wetter. Achte beim Wechsel auf das Alphine-Symbol mit dem Bergpiktogramm, das reine M+S-Kennzeichen reicht bei neueren Reifen nicht mehr aus.

  • Profiltiefe prüfen: gesetzlich sind 1,6 Millimeter Minimum, im Winter solltest du aber spätestens bei vier Millimetern über einen neuen Satz nachdenken.
  • Luftdruck kontrollieren, am besten bei kaltem Reifen. Kälte senkt den Druck spürbar, ein zu weicher Reifen frisst Sprit und verschleißt unregelmäßig.
  • Auf einseitige Abnutzung oder Risse in der Flanke achten. Solche Reifen gehören nicht in den Winter.

Die Batterie ist der häufigste Pannengrund

Kälte halbiert die Leistung einer schwachen Batterie regelrecht. Wenn der Anlasser im Herbst schon träge dreht, wird er im Januar gar nicht mehr drehen. Lass die Batterie in der Werkstatt oder bei einem Pannendienst kurz durchmessen, das dauert wenige Minuten. Eine Batterie, die älter als fünf Jahre ist und Schwäche zeigt, tauschst du besser jetzt als bei minus zehn Grad auf dem Parkplatz.

Sicht: oft unterschätzt, schnell erledigt

Im Winter fährst du mehr im Dunkeln und bei schlechtem Wetter, gute Sicht ist also kein Komfort, sondern Sicherheit.

  • Wischerblätter ersetzen, wenn sie schmieren oder rattern. Sie kosten wenig und sind in zwei Minuten gewechselt.
  • Frostschutz ins Wischwasser, und zwar ausreichend dosiert. Wasser allein gefriert in der Düse und kann die Pumpe beschädigen.
  • Alle Leuchten durchgehen: Abblendlicht, Bremslicht, Blinker, Nebelschlussleuchte. Defekte Birnen jetzt austauschen, im Set ist das günstiger.
  • Scheiben innen reinigen. Beschlagene Innenseiten sieht man erst, wenn es zu spät ist.

Flüssigkeiten und Frostschutz im Kühlsystem

Das Kühlmittel muss Frostschutz enthalten, sonst drohen teure Schäden am Motor. Mit einem einfachen Prüfgerät aus dem Zubehörhandel misst du, bis zu welcher Temperatur das Gemisch sicher ist. Minus 25 Grad sind ein guter Richtwert. Prüfe gleich den Ölstand mit, dickflüssiges altes Öl macht dem Motor beim Kaltstart das Leben schwer.

Türen, Schlösser und Gummidichtungen

Einfrierende Türgummis und klemmende Schlösser sind kein großes Drama, aber ein echter Morgenfrust. Behandle die Dichtungen mit einem Pflegestift oder Silikonspray, dann frieren sie nicht fest und reißen nicht ein. Türschlösser bleiben mit etwas Schlossenteiser gängig, den du allerdings nicht im Handschuhfach lagerst, sondern zu Hause. Sonst liegt er genau dort, wo du nicht hinkommst.

Bei Winterreifen, Batterie oder Frostschutz lohnt es sich, vorab online die Modelle und Konditionen zu vergleichen, statt im ersten Laden zuzugreifen. So siehst du in Ruhe, was zu deinem Fahrzeug und deinem Budget passt, bevor du dich entscheidest.

Das Notfallpaket für den Kofferraum

Vieles davon hast du vielleicht schon, der Winter macht manches aber erst sinnvoll. Pack es jetzt ein, nicht erst nach dem ersten Schneefall.

  • Eiskratzer und eine kleine Bürste, kein Plastikkartentrick auf der Scheibe.
  • Handschuhe und eine Decke, falls du länger warten musst.
  • Starthilfekabel oder ein kompakter Booster, dazu eine Stirn- oder Taschenlampe.
  • Eine kleine Schaufel, wenn du in schneereicher Gegend wohnst.

Kurz vor jeder Fahrt: die Routine

Wenn die Vorbereitung steht, bleibt im Alltag wenig zu tun. Scheiben vollständig freikratzen, auch das Guckloch reicht nicht und ist obendrein ein Bußgeld wert. Dach und Motorhaube von Schnee befreien, damit nichts während der Fahrt nach hinten rutscht. Und dem Motor ein paar Sekunden geben, bevor du losfährst, ohne ihn im Stand warmlaufen zu lassen, das ist verboten und bringt ohnehin nichts. Wer diese Liste einmal im Jahr abarbeitet, spart sich die meisten Überraschungen, die andere am eiskalten Morgen erleben.